Der Brautstrauß

Brautstrauß

Kein Brautstrauß ohne Braut – oder, wie kam die Braut zu ihrem Strauß

Brautstrauß

Habt ihr euch schonmal gefragt, wie der Brautstrauß zur Braut kommt? Nein? Ich schon. Durch meinen Beruf als Hochzeitsfotografin sehe ich viele dieser herrlichen Blumensträuße. Mal sind sie klein oder üppig, mal kugelförmig oder in Form eines Tropfen, mal ganz schlicht und dann wieder pompös. Da war es ja klar, dass irgendwann diese Frage aufkommt: Woher kommt die Tradition des Brautstrauß?

Brautstrauß

Warum gibt es den Brautstrauß?

Heute soll der Brautstrauß die Schönheit der Braut unterstreichen. Das Strahlen ihrer Augen und ihr wunderschönes Kleid. Im Mittelalter aber, sollte der Brautstrauß Schutz für die Braut sein. Schutz wovor? Wie sollte das funktionieren? Der Strauß im Mittelalter bestand überwiegend aus Lavendel, Rosmarin und Orangenblüten. Nach der Hochzeit wurde der Rosmarin in die Erde gesteckt. Hat das Kraut Wurzeln geschlagen, war das ein gutes Omen für die Ehe.

Der Brautstrauß – keine Ohnmachtsanfälle in der Renaissance

In der Renaissance hatte der Brautstrauß eine ganz besondere Aufgabe. Er zeigte nicht nur, wie wohlhabend jemand war. Je größer und üppiger der Strauß war, desto größer war der Wohlstand und der Reichtum. In erster Linie sollte der Blumenstrauß die Braut vor der Ohnmacht bewahren. Deswegen bestand er auch in dieser Zeit aus Kräutern. Myrrhe, Rosmarin und Rosen. Sie sollten den Duft in der Kirche neutralisieren.

Durch den verschwenderischen Gebrauch von Weihrauch in der Kirche und die Hygiene, die in der Renaissance nicht groß geschrieben wurde, war die Luft im Kirchengebäude sehr schlecht und die Bräute fielen oft in Ohnmacht. Der Duftstrauß wirkte belebend, übertünchte die schlechte Luft und die Braut blieb vor dem Altar stehen

Brautstrauß

Zum Glück sind heute die Bedingungen anders. Aber die Tradition des Straußes ist geblieben. Er hat sich nur gewandelt. Statt ein Kräuterstrauß, ist er nun ein wunderschöner Blumenstrauß, der nur die Aufgabe hat, die Schönheit und den Glanz der Braut zu unterstreichen.

Aber auch hier gibt es Regeln, die beachtet werden sollten:

Wie sollte der Brautstrauß sein? Groß und üppig oder klein und rund? Und wer bestellt den Strauß?

Brautstrauß
Der Brautstrauß in der heutigen Zeit

Den Strauß für die Braut sucht traditionell der Bräutigam aus. Dafür sollte er die Brautmutter oder die beste Freundin mitnehmen. Die Beiden wissen mit Sicherheit, wie das Brautkleid aussieht. Denn darauf kommt es an, wie der Brautstrauß ausfallen sollte. Trägt die Braut ein Prinzessinnenkleid, darf der Strauß größer ausfallen, als wenn sie ein schmales Kleid trägt.

Am Tag der Hochzeit übergibt der Bräutigam den Brautstrauß dem Brautvater. Der Vater übergibt den Strauß seiner Tochter und gemeinsam schreiten sie zum Altar. Wird die Braut nicht von ihrem Vater zum Altar geführt, überreicht der Bräutigam seiner Braut den Strauß. So wie bei dieser Hochzeit in Österreich.

Bei der standesamtlichen Hochzeit fällt der Brautstrauß meistens kleiner aus, als bei der kirchlichen oder freien Trauung. Ist allerdings nur eine standesamtliche Hochzeit geplant, fällt auch die Kleidung festlicher aus und so wird auch der Strauß der Braut vielleicht üppiger.

Brautstrauß
Noch eine schöne Tradition: Der Brautstraußwurf

Im Laufe des Tages, am späten Nachmittag oder am Abend, wird der Brautstrauß von der Braut geworfen. Dafür versammeln sich alle unverheirateten Frauen und die Braut dreht sich mit dem Rücken zu den Damen um. Schließlich soll sie nicht wissen, wer wo steht. Am besten mischen sich alle nochmal durch. Mit Schwung wirft die Braut dann über ihre Schulter hinweg den Brautstrauß in die Mädelsmenge.

Mein Tipp Mädels: Ihr möchtet den Strauß der Braut nicht fangen? Dann stellt euch links oder rechts von der Gruppe. Vielleicht auch nach ganz hinten. Aber da besteht die Gefahr, dass ihr den Strauß doch auffangt.

Ihr möchtet euren Strauß nicht werfen? Dann bestellt euren Brautstrauß nochmal in einer kleineren Version. Diesen kleinen Strauß könnt ihr werfen und euren eigenen trocknen, als Erinnerung an euren wunderschönen Tag. Wie trocknet ihr am besten den Blumenstrauß? Mit starkem Haarspray, oder Haarlack, sprüht ihr euren Strauß ein. Danach hängt ihr ihn kopfüber an einen dunklen Ort. Dadurch behalten die Blüten ihre Form und die Schimmelbildung wird vermieden. Nach ein paar Wochen habt ihr einen wunderbaren getrockneten Brautstrauß.

Liebe Braut, ihr möchtet vielleicht eure Trauzeugin überraschen? Dann bestellt Blumenschmuck für ihr Handgelenk, der passend zu eurem Brautstrauß ist. Dieser Blumenschmuck schafft eine wunderschöne Verbindung zu euch Zwei und unterstreicht nochmal eure Verbundenheit. Dieses Geschenk ist eine wunderbare Geste.

Ihr haltet es ganz traditionell und euer Bräutigam sucht für dich den Brautstrauß aus? Dann bitte ihn, dass er für deine Trauzeugin den Handgelenkschmuck mitbestellt.

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