Heute stand ein besonderes Shooting für aussergewöhnliche Fotos mit Daniela an. Mir schwirrte schon lange der Gedanke im Kopf herum, dass ich gerne ein abstraktes Portrait-Shooting machen würde. Dani konnte ich für diese verrückte Idee von mir gewinnen. Hervorragend, mit ihr hatte ich das perfekte Model für eindrucksvolle Fotos.

Als Dani bei mir eintrudelte, hatte ich schon alles vorbereitet. Warmes Wasser füllte die Badewanne. Schließlich sollte sie es auch ein bisschen gemütlich haben. Rote Tulpen waren auf der Wasseroberfläche verteilt und das Licht eingestellt. Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, schlüpfte mein Fotomodell gut gelaunt in das wohlige weiße Wasser. Wir konnten mit unserem Shooting für aussergewöhnliche Fotos loslegen.

Aussergewöhnliche Fotos entstehen

Am Anfang hatten wir kleine Verständigungsschwierigkeiten. Ich gab der Badewannennixe Anweisungen und was passierte? Nichts! Na klar, ging ja auch nicht. Danis Ohren lagen unter Wasser. Wie sollte sie mich da hören, geschweige verstehen, was ich von ihr möchte? Entweder musste ich lauter sprechen oder ihr Zeichen geben, dass sie sich aus dem Wasser herausheben sollte, damit ich sagen konnte welches Foto gerade in meinem Kopf schwebte. Es war super, dass Dani genauso viel Spaß wie ich hatte. Schließlich hatte sie den mühevolleren Part von uns beiden. Sie musste sich so in die Wanne legen, dass ihr Kopf halb im Wasser lag. Ein bequemes entspanntes Wannenbad war es nicht. Auch wenn sie auf jedem Foto so ausschaut. Mein Part war es ja nur einfach schöne Bilder von ihr einzufangen.

Ich finde, das es uns gut gelungen ist.


Es war mal wieder soweit. Meine Lust auf Lost Place Fotografie war groß. Ein interessanter Lost Place war schon ausgesucht. Doch niemand hatte Zeit oder Lust, mit mir diesen verlassenen Ort aufzusuchen. Das verfallene Haus lag nur 1 1/2 Stunden entfernt. Deswegen packte ich meine Kamera und den Rest in den Rucksack. Ich machte mich alleine auf den Weg.

Sollte ich vor der Ruine stehen und mich nicht trauen, auch nur einen Fuß in die morbiden Mauern zu setzen , wäre es nicht tragisch. Der Rückweg würde ja schnell gehen. Einen Versuch war es wert. Ich wollte es zumindest versuchen.

Lost Place Fotografie auf eigener Faust

Als ich im Ort ankam, musste ich das zerrüttete Hotel erst suchen. Es lag versteckt hinter Bäumen. Dann stand ich vor dem Zeitzeugen aus vergangenen Tagen. Das morbide Gebäude ragte vor mir auf. Mein Herz schlug laut. Eigentlich müsste es schon aus der Ferne zu hören sein. Im Hals bildete sich ein dicker Kloß. Ein Fenster stand offen und dahinter verbarg sich völlige Dunkelheit. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen, leuchtete mit meiner Taschenlampe in den schwarzen Schlund  und setzte vorsichtig einen Fuß in das Unbekannte hinein. Mein zweiter Fuß folgte automatisch und schon stand ich in völliger Finsternis. Schnell ließ ich die Düsterheit hinter mir und stand in einem hellen Flur.

Meine Kamera holte ich aus dem Rucksack und versuchte die ersten Eindrücke einzufangen. Noch immer war ich sehr nervös und so waren die ersten Bilder verwackelt. Nach und nach wurde ich ruhiger. Ich konnte den morbiden Charme auf mich wirken lassen. Nun klappte es auch, diesen Zauber des Verfalls in stimmungsvollen Fotos festzuhalten. Die Reise in die Vergangenheit konnte nun beginnen.

Obwohl die leerstehende Ruine immer mehr dem Untergang geweiht war, war sie sehr beeindruckend. In den modrigen Zimmern standen noch viele Möbel herum. Zerschlissene Gardinen hingen vor den Fenstern. Ich konnte mir sehr gut vorstellen, welcher Glanz hier vor frühen Tagen versprüht wurde. In einigen Zimmern war der Rückschritt schon so weit fortgeschritten, dass sie nicht mehr zu betreten waren. Die Fußböden waren herabgestürzt. Die Türen und Heizungen schienen zu schweben.

Nachdem ich viele Eindrücke aus der früheren Geschichte gesammelt hatte, machte ich mich auf den Rückweg zu meinem einzigen Ausgang ….. dem Fenster. Doch vorher musste ich wieder durch die Dunkelheit. Bei dem Gedanken daran fing mein Herz sofort wieder wie wild an zu schlagen. Mir blieb nichts anderes übrig. Also Zähne zusammen beißen, die Treppe hinunter und ab durch die dunklen Räume.

Daheim angekommen, habe ich mir sofort meine Lost Place Fotografie angeschaut und war glücklich, dass ich diese Reise in die Vergangenheit gemacht habe.